Q - Kurven
Eisenpulver - und Ferritringkerne
- Leistungsdaten -
1. Zwei Faktoren begrenzen die Leistung eines Ringkerns
Die maximale Leistung wird letztlich durch einen von zwei Faktoren bestimmt:
- Magnetische Sättigung des Kerns
- Erwärmung der Wicklung und des Kerns
Welcher Faktor zuerst erreicht wird, hängt von Material, Frequenz und Anwendung ab.
2. Sättigung des Kernmaterials
Wird die magnetische Flussdichte (Bmax) zu groß, geht der Kern in Sättigung. Dann sinkt die Induktivität stark ab und der Kern arbeitet nicht mehr korrekt.
Das Leistungsvermögen steigt mit:
- größerem Kernvolumen (Ve)
- höher zulässiger Flussdichte (Bmax)
- geeigneter effektiver Permeabilität (μeff)
Typische maximale Flussdichten
Ferrite
- μ < 1000 → etwa 1500 Gauß
- μ > 1000 → etwa 3000 Gauß
Eisenpulver
- meist über 10.000 Gauß
Dadurch vertragen Eisenpulverkerne wesentlich höhere Gleichstrom-Vormagnetisierung als Ferrite.
3. Warum Eisenpulver geringere Permeabilität besitzt
Eisenpulverkerne bestehen aus vielen isolierten Eisenpartikeln.
Zwischen den Partikeln befinden sich winzige Luftspalte.
Dadurch
- sinkt die effektive Permeabilität,
- steigt die Sättigungsreserve,
- kann deutlich mehr Energie gespeichert werden.
Deshalb werden Eisenpulverkerne bevorzugt für
- Speicherdrosseln
- Leistungsinduktivitäten
- Baluns
- Breitbandübertrager
eingesetzt.
4. Temperatur als zweite Grenze
Auch wenn der Kern noch nicht gesättigt ist, kann die Wicklung zu heiß werden.
Die Wärme entsteht durch:
- Kupferverluste
P=I2R
- Kernverluste
Steigt die Temperatur zu stark an, ist ebenfalls die Leistungsgrenze erreicht.
Interessant ist:
- Sättigung hängt hauptsächlich vom Kernvolumen ab.
- Kühlung hängt hauptsächlich von der Kernoberfläche ab.
5. Skin-Effekt
Bei hohen Frequenzen fließt der Strom nur noch an der Oberfläche des Drahtes.
Dadurch steigt der Wechselstromwiderstand.
Beispiele aus dem Text:
- Draht Ø 1 mm → Skin-Effekt ab etwa 20 kHz
- Draht Ø 0,1 mm → erst ab etwa 2 MHz
Für HF-Spulen werden deshalb oft
- Litze
- HF-Litze
- versilberter Draht
verwendet.
6. Kernverluste
Kernverluste entstehen nur durch Wechselmagnetisierung.
Der Text nennt folgende Zusammenhänge:
- proportional zur Frequenz
- proportional zum Quadrat der Wechsel-Flussdichte
also näherungsweise
PKern∝f⋅B2
Eine Verdopplung der Flussdichte führt ungefähr zu vierfachen Kernverlusten.
7. Ferrit oder Eisenpulver?
Bei Hochfrequenz gilt laut Text ungefähr:
Ferrit
Grenze meist durch
- magnetische Sättigung
Vorteile
- geringe Kernverluste
- hohe Permeabilität
Nachteile
- geringe Sättigungsflussdichte
Eisenpulver
Grenze meist durch
- Temperaturanstieg
Vorteile
- hohe Sättigungsflussdichte
- verträgt Gleichstromanteile
- gut für Leistungsanwendungen
Nachteile
- höhere Kernverluste
8. Praktische Erfahrungswerte
Der Text nennt folgende Beispiele aus der Amateurfunkpraxis:
| Kern | Typische Leistung |
|---|---|
| T94-2 | ca. 10 W |
| T130-2 | ca. 100 W |
| T200A-2 | bis etwa 1000 W als Antennenbalun, etwa 100 W im gut abgestimmten Tankkreis |
Diese Werte sind Erfahrungswerte und hängen stark von
- Frequenz,
- Kühlung,
- Anpassung,
- Windungszahl,
- Material und
- Betriebsart (CW, SSB, Dauerstrich usw.)
ab.
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