Die Materialmischungen im Überblick
| Material | Farbe | μ | Frequenz | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| #0 | Braun | 1 | 50–300 MHz | VHF/UHF |
| #2 | Rot | 10 | 1–30 MHz | Amateurfunk HF |
| #6 | Gelb | 8 | 2–50 MHz | HF-Filter, Resonanzkreise |
| #11 | Blau | 20 | 50 kHz–5 MHz | Niederfrequenz-HF |
| #13 | Grau | 35 | 50–500 kHz | Leistungsübertrager |
| #22 | Grün/Weiß | 3 | 20–200 MHz | Breitband-HF |
| #25 | Rot/Weiß | 25 | 100 kHz–2 MHz | Filter |
| #27 | Grün/Blau | 4 | 50–200 MHz | Breitband |
| #36 | Gelb/Weiß | 75 | DC–1 MHz | Speicherdrosseln, Schaltnetzteile |
| #100 | Schwarz | 6 | 10–100 MHz | HF |
Der AL-Wert
Der AL-Wert ist die wichtigste Größe.
Die Tabelle gibt den Wert in
µH pro 100 Windungen²
an.
Die Formel lautet:
mit
- = Induktivität in µH
- = Tabellenwert
- = Windungszahl
Daraus ergibt sich
Beispiel
Ein T50-2
AL = 49
gewünscht:
10 µH
also rund 5 Windungen.
Warum Material #36 so beliebt ist
Das Datenblatt beschreibt ausführlich den Unterschied.
Normale HF-Kerne besitzen eine hohe Güte (Q). Für Leistungsdrosseln ist das sogar unerwünscht.
Material #36
- speichert viel magnetische Energie
- hat relativ geringe Güte
- sättigt erst bei hohen Strömen
- ist deshalb hervorragend für
- Buck-Wandler
- Boost-Wandler
- Flyback-Drosseln
- Netzfilter
- EMV-Filter
geeignet.
Energie einer Drossel
Das Datenblatt verwendet
mit
- L in Henry
- I in Ampere
Beispiel
470 µH
5 A
Bedeutung der Kernbezeichnung
Beispielsweise
T106-2
bedeutet
- T = Toroid (Ringkern)
- 106 = Außendurchmesser 1,06 Zoll = 26,9 mm
- 2 = Material #2 (rot)
Ein
T106-36
ist derselbe Ringkern mit Material #36.
Wann welches Material?
HF-Oszillator
- #2
- #6
- #22
Bandfilter
- #2
- #6
- #25
Breitbandübertrager
- #22
- #27
Schaltnetzteil
- #36
Netzfilter
- #36
Leistungsdrossel
- #36
Wichtiger Hinweis
Die AL-Werte gelten nur für die Anfangspermeabilität. Sobald Gleichstrom durch die Spule fließt, sinkt die effektive Permeabilität aufgrund der Kernsättigung. Deshalb enthält das originale Amidon-Handbuch zusätzlich Diagramme für Sättigung, Energieinhalt und Kernverluste. Für Leistungsdrosseln reicht es daher nicht aus, nur mit dem AL-Wert zu rechnen – auch Strom, Schaltfrequenz, Drahtquerschnitt und zulässige Erwärmung müssen berücksichtigt werden.